Gemeinsam und dauerhaft getragen von dem Institut Européen de Chant Choral -INECC Mission Voix Lorraine- und -INECC Luxembourg-, dem Centre de Chant Choral de Wallonie/Bruxelles (Belgien) und dem Landesmusikrat Saar e.V. führt der Robert-Schuman-Chor junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren aus den Grenzregionen zusammen, bietet ihnen einen Erfahrungsaustausch und die interessante Möglichkeit, durch eine Chorarbeit auf höchstem Niveau ihr Wissen und musikalisches Können zu verfeinern.
Im Sommer 1997 entwickelten die vier Chorinstitutionen die Idee, ihre bisherige Kooperation auszuweiten, indem sie gemeinsam einen Chor ins Leben riefen, um Jugendlichen aus der Großregion die Möglichkeit einer musikalischen, stimmlichen und stilistischen Ausbildung zu bieten. Angehenden Chormusikern möchte der Chor Perspektiven für ihre zukünftige Karriere als Leitungskräfte, Stimmbildner und hauptberufliche Sänger vermitteln. Das Repertoire des Chores beinhaltet die unterschiedlichsten Stilrichtungen ausgehend von der Polyphonie der Renaissance bis zu aktuellen Vokal Jazz und Pop-Arrangements. Im Fokus der künstlerischen Ausrichtung des Chores finden sich anspruchsvolle Werke insbesondere von zeitgenössischen Komponisten.
Der Chor erarbeitet im Jahr 2 bis 3 Konzertprogramme, die er in etwa 10 Konzerten pro Jahr in der Großregion zwischen Metz, Saarbrücken, Trier, Luxemburg und Brüssel präsentiert. Eine 10 tägige Arbeitsphase im Sommer wird häufig für Konzertreisen ins „Ausland“, u.a. Spanien, Estland und Canada, genutzt. Als Kulturbotschafter der SaarLorLux-Region werben die Sängerinnen und Sänger für ein gelebtes Europa. Sie treten in dieser Funktion häufig bei offiziellen protokollarischen Anlässen der Großregion auf wie z.B. innerhalb des "Saarlandkonzertes" im Rahmen des Bundeswettbewerbes "Jugend musiziert 2008" in Saarbrücken, der Eröffnung des Kulturhauptstadtjahres Luxemburg 2007 im Dezember 2006, dem Staatsakt zur Feier "50 Jahre Saarstatut" im Oktober 2005, oder der Einweihung des interregionalen Kulturinstitutes "Pierre Werner" in Luxembourg-Stadt im Oktober 2003.
Die künstlerische Leitung des Chores verteilt sich auf ein musikalisches Team – Séverine Delforge (Belgien), Florent Stroesser (Frankreich), Camille Kerger (Luxembourg) und Martin Folz (Deutschland). Neben diesen vier ständigen Dirigenten setzen Gastdirigenten neue musikalische Impulse. In der Vergangenheit waren dies u.a. Hans-Michael Beuerle, Timo Nuoranne, Aarne Saluveer, Pierre Cao, Grete Pettersen, Stephen Zegree.

Die Jugendlichen selbst hatten die Idee, den Chor nach Robert Schuman zu benennen. Das Leben und Werk des Europapolitikers steht als eine große Leitlinie über der grenzüberschreitenden Chorarbeit. Robert Schuman gilt als einer der Väter des Europagedankens. Als gebürtiger Luxemburger, Absolvent eines deutschen Jurastudiums sowie als überzeugter Lothringer widmete er sein Leben dem Schicksal der Menschen im deutsch-französischen Grenzgebiet, dem heutigen Saar-Lor-Lux-Raum. Die Idee eines friedlichen und geeinten Europas zieht sich wie ein roter Faden durch die Etappen seiner politischen Karriere als französischer Außenminister, Justizminister und Präsident des Europäischen Parlaments.
Der Robert-Schuman-Chor wurde ausgewählt, am 16. November die diesjährige zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Deutschen Bundestag, dem deutschen Parlament, musikalisch zu gestalten. [...]